iPad-Klassen

Pädagogisch-technische Infrastruktur

Tablets als Leihgeräte

Um Medienbildungskompetenzen und ein Medialitätsbewusstsein zu erwerben, ist es notwendig, sich nicht nur kritisch mit Medien auseinanderzusetzen, sondern sie auch konstruktiv einzusetzen. Für den unterrichtlichen Einsatz ist es daher erforderlich, dass die Schülerinnen und Schüler im Unterricht stets kurzfristig auf ein mobiles Endgerät zugreifen können, sofern es benötigt wird.

Tablets bestechen durch eine hohe Bedienerfreundlichkeit und eine intuitive Benutzeroberfläche. Die Geräte sind innerhalb von Sekunden einsatzbereit und verfügen über eine lange Akkulaufzeit für den ganzen Schultag. Gleichzeitig sind sie anders als Notebooks robust aber auch leicht. Neben der einfachen Bedienung bieten die Geräte unterstützende Funktionen für Menschen mit Beeinträchtigungen hinsichtlich ihres Seh- und Hörvermögens, ihrer Motorik, ihres Lernens, Lesens oder Schreibens. Das native Screen Sharing läuft stets stabil, sicher und zuverlässig und verursacht keinen Wartungs- und Supportaufwand. Zahlreiche für den Bildungsbereich geeignete Apps stehen im App-Store zur Verfügung.

Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler

Die Schule stellt allen Schülerinnen und Schülern ab Klasse 5 ein durch die Schule administriertes Tablet mit Zubehör (Ladegerät, Displayfolie Schutzhülle, Tastatur, Stift) kostenlos auf Grundlage eines Leihvertrages zur Verfügung. Da das schulische Arbeiten mit dem Tablet für schulische Zwecke auch zu Hause möglich sein sollte, dürfen die Leihgeräte außerhalb der Schule im eigenen WLAN-Netz genutzt werden. Jedoch sind die Nutzungsmöglichkeiten der Leihgeräte bewusst stark auf die vorhandenen schulischen Apps und Websites beschränkt. Veränderungen an der Software – insbesondere Installation und Deinstallation von Apps –, In-App-Käufe sowie das Aufrufen von sozialen Netzwerken und Online-Spielen sind nicht möglich. Von der Bereitstellung profitieren alle Lernenden mit Blick auf Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit gleichermaßen, da ihre Ausstattung nicht von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern abhängt und die Familien finanziell entlastet werden.

Mithilfe einer nativen Steuerungssoftware ist es den Lehrkräften möglich, die Nutzung des Tablets zeitweise auf einzelne Apps zu beschränken (u.a. damit es den Anforderungen für einen Einsatz in Prüfungen genügt). Dazu ist es notwendig, dass sich das Leihgerät im Schul-WLAN und in unmittelbarer räumlicher Nähe befindet. Die Lehrkräfte können so darüber hinaus Einsicht in die Bildschirminhalte der Leihgeräte nehmen und die Nutzungsdauer verschiedener Apps innerhalb der aktuellen Unterrichtsstunden überprüfen. Dokumente und Dateien können vom oder an das Gerät der Lehrkraft übertragen werden. Zudem können die Lehrkräfte das Leihgerät komplett sperren, wenn es nicht eingesetzt werden soll, oder den Bildschirminhalt an der Tafel projizieren. Die Schule hat keinen Zugriff auf die lokal auf dem Leihgerät gespeicherten Dateien und Inhalte, z.B. Mails, Browserverlauf, Name und Inhalt der gespeicherten Dateien und Dokumente, Fotos und Videos.

Für den Einsatz in Videokonferenzen sowie das Anhören von Tonaufnahmen und Videos wird angeraten, In-Ear-Kopfhörer mit Mikrofon anzuschaffen.

Leihgeräte für Lehrkräfte

Allen Lehrenden wird ebenfalls leihweise ein Tablet mit Zubehör für dienstliche Zwecke zur Verfügung gestellt. Die bekannten Datenschutzrichtlinien für mobile Endgeräte im schulischen Einsatz bleiben bestehen, d.h., es dürfen keine personenbezogenen Daten auf dem Leihgerät gespeichert werden, sondern sind im Cloud-Speicher der Schulplattform abzulegen, sofern möglich. Das Dienstgerät dient der Organisation, Durchführung, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, dem Dokumentenmanagement und als Kommunikationsmedium sowie gleichzeitig zur Präsentation von Schülerergebnissen, zur Durchführung videobasierten Unterrichts und von Videokonferenzen.

Einrichtung und Support des Leihgeräts

Die Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte sind Device Enrollment Program-fähige Tablets, die über eine Mobile-Device-Management-Lösung konfiguriert, verwaltet und aktualisiert werden. Durch die Schule wird ein standardisierter Support der Tablets gewährleistet und die Ersteinrichtung vorgenommen. Die Leihgeräte werden zentral mithilfe einer Mobile Device Management-Software (MDM) administriert, so dass jederzeit gesteuerte Updates, insbesondere Sicherheitsupdates, sowie schulische Apps installiert und deinstalliert werden können.

Es werden zudem weitere Empfehlungen zur Einrichtung gegeben, u.a. zur Einrichtung eines Netzlaufwerkes, regelmäßigen Leerung des Caches und der Umstellung der Suchmaschine. Zudem gibt es Handreichungen zur Nutzung der eBooks in den Verlags-Apps, zur Anmeldung bei in der Stundenplan-App sowie zur Einrichtung eines automatischen Backups.

Nutzungsmöglichkeiten des Tablets und der Schulplattform

Das Tablet und die Schulplattform bieten den Lernenden und Lehrenden als digitaler Werkzeugkasten Zugang zu verschiedenen Apps, Cloud-Lösungen und Online-Tools. So stellen die Lehrkräfte den Lernenden digitale Lerninhalte bereit, die sie mithilfe einer Vielzahl nützlicher digitaler Werkzeuge einheitlich, werbefrei, datenschutzkonform und sicher bearbeiten können.

Dem Tablet kommen dabei wesentliche Anwendungsmöglichkeiten zu: Dokumente können gescannt und Fotos in PDF umgewandelt werden. Mit der Tastatur oder mit Stift können Ideen und Ergebnisse schriftlich festgehalten werden. Der Browser bietet einen Zugang zum Internet, um Informationen zu recherchieren oder schulrelevante Websites zu erreichen. Ergebnisse können präsentiert und mit der Lerngruppe geteilt werden. Die Kamera ermöglicht die Erarbeitung fotobasierter Inhalte (z.B. Fotografie, Bildergeschichten, Standbilder, Versuchsaufbau) und erleichtert die Dokumentation und Archivierung von Tafelbildern, handschriftlichen Aufzeichnungen, Lernplakaten usw. Zudem können Erklärvideos erstellt werden, in Slowmotion und Zeitraffer naturwissenschaftliche Versuche gefilmt oder Bewegungen im Sportunterricht analysiert werden. Tonaufnahmen ermöglichen die Erstellung von Podcasts und Hörspielen oder Audiofeedback. Durch das Abspielen von Fotos, Tondokumenten und Videos können Lerninhalte multimedial veranschaulicht werden und Bilder oder Filme im Kunst- und Geschichtsunterricht analysiert werden. Das Tablet enthält Wörterbücher der deutschen, englischen und französischen Sprache. Darüber hinaus gibt es zahlreiche fachspezifische Apps, z.B. eine Atlas-App für den Erdkunde-, verschiedene Apps für den Musik-, dynamische Geometriessoftware für den Mathematik- oder eine Bibel-App für den Religionsunterricht, sowie Apps für das Mensabestellsystem und für den Zugang zum digitalen Klassenbuch, Stunden- und Vertretungsplan. Schülerinnen und Schülern ohne ausreichende Deutschkenntnisse ermöglicht eine App die Übersetzung von Materialien und Sprache in ihre jeweilige Erstsprache.

Lernenden und Lehrenden dient die Schulplattform als Informations-, Kollaborations-, Kommunikations- und Dokumentenmanagementplattform. Sie bietet im Dateibereich ausreichend Speicherplatz und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern kollaboratives Arbeiten in einem Office-Paket. Damit ist auch eine grundlegende Bedienung von Software zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsoftware möglich. Außerdem umfasst die Schulplattform unter anderem folgende App-Pakete: Mail, Kalender, Klausurplan, (Haus-)Aufgabenmodul, Messenger, Videokonferenzen, Umfragen, Etherpad, Pinnwände, Foren usw. Darüber hinaus sind hier weitere sinnvolle externe browserbasierte Anwendungen eingebunden: Zugang zu digitalen Schulbüchern, Schullexikon, Vokabeltrainer, Quizformate, Mindmapping, Brainstorming, adaptive Lernsysteme usw.

Die Bereitstellung so zahlreicher digitaler Werkzeuge bedeutet nicht, dass die Schülerinnen und Schüler sie auch alle unterrichtlich nutzen. Zudem wurden die Auswahl und Verfügbarkeit für die jüngeren Jahrgänge auf die nötigsten Anwendungen reduziert. Auch in einem richtigen Werkzeugkasten befinden sich oft Werkzeuge, die nicht oft genutzt werden. Dennoch sind sie vorhanden und können bei Bedarf verwendet werden. Die unterrichtende Lehrkraft oder die Fachgruppe entscheiden nach pädagogischem Ermessen, wie häufig und wann digitale Medien genutzt werden. Für die Nutzung des Schul-WLAN, der Schulplattform und des Einsatzes des Tablets im Unterricht gelten im Rahmen der zur Schulordnung spezielle Regeln.

Datensicherheit

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Pflicht, ihren Schulplattform-Account und das Tablet durch persönliche Passwörter vor dem Zugriff durch Dritte zu schützen. Die Passwörter sind geheim zu halten. Das Benutzen eines fremden Accounts oder Tablets mit geratenen oder erspähten Passwörtern ist verboten. Das Tablet darf nicht – auch nicht kurzfristig – an Dritte weitergegeben oder diesen zum Gebrauch überlassen werden. Das Tablet ist stets sicher aufzubewahren.

Um die Sicherheit des Accounts (z.B. durch Phishing-Mails, Spam etc.) nicht zu gefährden, kann die schulische E-Mail-Adresse nicht für private Zwecke, z.B. Online-Gaming, Streaming o.Ä., verwendet werden.30 Tage nachdem ein Nutzer die Schule verlassen hat, wird der Account gelöscht.

Durch regelmäßig durchgeführte Backups stellt die Schule die Sicherheit wichtiger Daten vor Verlust sicher, sodass sich der eventuelle Datenverlust auf einen kurzen Zeitraum beschränkt. Besonders sensible Daten wie Zeugnisse sowie die in der Schulverwaltungssoftware gespeicherten personenbezogenen Daten liegen nicht auf dem Server der Schulplattform.

Sämtliche Dokumente und Dateien der Schülerinnen und Schüler sollen – soweit möglich – nicht auf dem Tablet, sondern in der Schulplattform gespeichert werden, damit diese bei Verlust oder Reparatur des Gerätes nicht verloren gehen. Von Seiten der Schule werden keine automatischen Backups der Daten auf den Tablets erstellt. Es besteht kein Rechtsanspruch gegenüber der Schule auf die verlustfreie Sicherung der in der Schulplattform gespeicherten Daten. Es wird daher empfohlen, regelmäßig Sicherheitskopien wichtiger Dateien auf externen Speichermedien anzulegen. Es ist nicht erlaubt, private Cloudanbieter für schulische Zwecke zu nutzen.

Datenschutz

Aus Gründen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte ist es den Schülerinnen und Schülern nicht gestattet, Tonaufnahmen, Videoaufnahmen oder Fotos anzufertigen. Sind aus unterrichtlichen Gründen Ton-, Video- und Bildaufnahmen erforderlich, so wird dieses von der Lehrkraft vorübergehend genehmigt. Lokal gespeicherte personenbezogene Daten müssen unmittelbar nach dem Unterricht gelöscht werden. Um der schulischen datenschutzrechtlichen Verantwortung gerecht zu werden und den Abgriff von personenbezogenen Daten ohne Kenntnis des Nutzers, z.B. durch einen Cloud-Betreiber, und die Weiterleitung der Daten an Dritte (i.d.R. zu kommerziellen Zwecken oder an Behörden) zu verhindern, werden nur Dienste genutzt, die sich nicht über personenbezogenen Daten der Besucher bzw. das Einspielen von Werbeanzeigen finanzieren und die Kontrolle über die eigene Datenverarbeitung durch Plattformen erlauben, indem sie entweder personenbezogene Daten auf Servern in Deutschland oder der EU bzw. dem EWR speichern und über einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung entsprechend Art. 28 DS-GVO abgesichert werden können oder erst gar keine personenbezogenen Daten erheben bzw. dieses aktiv verhindern.[1]

Die Schule informiert die Erziehungsberechtigten nach Art. 13 DS-GVO und holt ihre Einwilligung ein.

 

Technische Infrastruktur

Internetverbindung

Grundlegend für die digitale Unterrichtsarbeit ist eine leistungsstarke Internetverbindung. Die Schule ist an eine Glasfaserleitung mit 500 Mbit/s up/down angeschlossen. Das Netzwerk der Schule ist in zwei Segmente aufgeteilt (Schul- und Verwaltungsnetz), welche untereinander physikalisch getrennt sind. Jeglicher Traffic wird über das Netz der Schulträgerin Stadt Norderney geroutet. Eine VDSL-Leitung bleibt als Backup oder für WLAN-Traffic bestehen. Die Touchdisplays in den Klassen- und Fachräumen sind per LAN an das Schulnetz angeschlossen. Abdeckende 1GBit WLAN Access Points und Multi-WLAN-Router bieten in allen Gebäuden, Klassen- und Fachräumen sowie Aufenthaltsbereichen (auch Cafeteria und Aula) eine leistungsstarke Internetverbindung.

Im Schul-WLAN ist ein Webfilter aktiv, der zur Filterung illegaler, verfassungsfeindlicher, rassistischer, gewaltverherrlichender oder pornografischer Internetinhalte eingesetzt wird und ggf. den Zugriff auf die Inhalte blockiert. Zudem verhindert der Webfilter, dass die Schülerinnen und Schüler mit ihren iPads andere Websites aufrufen können, als jene die Lehrkräfte explizit für die Unterrichtsarbeit ausgewählt und freigegeben haben.

Cloud-Server

Die Schulplattform wird in einer Cloudlösung betrieben, sodass keine Hardware und regelmäßige Wartung notwendig sind und der Verwaltungsaufwand reduziert werden. Damit ist die Schulplattform gegen Hardwaredefekte, Stromausfälle oder Datenverlust geschützt und profitiert gleichzeitig von höherer Verfügbarkeit, aktueller Sicherheitstechnik und planbaren Betriebskosten.

Wartung und Support

Jedes Unternehmen mit einer derart hohen Anzahl an internen Nutzerinnen und Nutzern wie die digitale Lernumgebung der Schule hat eine mehrköpfige EDV-Abteilung. An der KGS Norderney erfolgte Konzeption und Aufbau des Systems ohne die Bereitstellung zusätzlicher personeller Ressourcen. IT-Fachkräfte der Schulträgerin und der Schule führen die Wartung und den Support der technischen Infrastruktur durch. Die Wartung und der Support der Leihgeräte der Lernenden und Lehrenden erfolgt durch die Schulassistenz. Die Pflege der Nutzerdaten, die Verwaltung der Schulplattform sowie die Administration der Lizenzen für digitale Lernmittel übernehmen einzelne Lehrkräfte und die Schulassistenz.

Ausstattung der Unterrichts- und Fachräume

Alle Klassen- und Fachräume verfügen über einen großen Touchscreen-Monitor mit hoher Auflösung. Die Bildschirmoberfläche ist widerstandsfähig, stoßfest und reaktionsarm. Mehrere USB-und HDMI-Anschlüsse sind front- und seitenseitig leicht erreichbar. Zwei leistungsstarke Lautsprecher sind integriert. Die Eingabestifte sind für Links- und Rechtshänder gleichermaßen geeignet und enthalten keine Elektronik.

Das Betriebssystem bietet über eine intuitive Bedienoberfläche installierte Apps, u.a. einen Webbrowser, Whiteboard- und Annotationssoftware, File-Manager, Office- und PDF-Reader, Multi Media-Viewer etc. Zentral für die Präsentation von schülereigenen Lösungen und von Inhalten der Lehrkräfte ist die Screen Sharing-Funktion, die weder eine Softwareinstallation auf den mobilen Endgeräten noch eine Kabelverbindung erfordert. Bis zu vier Bildschirme können nebeneinandergeschaltet werden.

Die Displays über ein Device Management administrierbar. Updates erfolgen Over-the-Air (OTA). Es besteht eine mehrjährige Herstellergarantie mit Vor-Ort-Austauschservice.

Die Touchscreens sind auf einem elektronisch verstellbaren Lift zwischen zwei Whiteboard-Flügeln montiert. Nur im Erdgeschoss des E-Trakts ist das Display für den flexiblen Einsatz im Orchesterraum, im Musikraum, in der Aula oder der Eingangshalle auf einem mobilen Rollwagen montiert.

 

Bezug: Orientierungsrahmen Medienbildung in der allgemein bildenden Schule, Februar 2020.

Ansprechpartner: Jens Harms

Das vollständige Medienbildungskonzept der KGS Norderney finden Sie hier.

 

Quellennachweise:

[1] Vgl.: Thiede, Dirk: Vorlagen für IServ; URL: https://datenschutz-schule.info/tag/iserv/ (abgerufen am: 21. Januar 2021); vgl.: Ders.: Die datenschutzsensible Schule, URL: https://datenschutz-schule.info/themen/die-datenschutzsensible-schule/ (abgerufen am: 22. Januar 2021).