Besonders die Digitalisierung bringt seit zwei Jahrzehnten drastische Veränderungen mit sich, die alle Lebensbereiche der Gesellschaft, Berufszweige und Altersstufen durchdringt. Das 4K-Modell beschreibt vier zentrale Zukunftskompetenzen, die Menschen befähigen, den Anforderungen einer sich stetig wandelnden, digitalen und globalen Welt, insbesondere in Zeiten von KI, zu begegnen: Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration.

Das 4K-Modell[1]
Im Mittelpunkt steht nicht mehr nur das reine Vermitteln von Wissen, sondern die Fähigkeit, Wissen flexibel anzuwenden, Probleme selbstständig zu lösen und aktiv an gesellschaftlichen sowie beruflichen Prozessen teilzunehmen. Das Modell betont damit eine ganzheitliche Kompetenzentwicklung in einer digital geprägten Welt, die lebenslanges Lernen und soziale Teilhabe fördern sowie die Schülerinnen und Schüler auf komplexe Herausforderungen der Zukunft und eine individuelle und selbstbestimmte Lebensgestaltung vorbereiten soll.
Das 4K-Modell und die im OECD-Lernkompass 2030 beschriebenen Transformationskompetenzen sowie das Konzept des Deeper Learning greifen ineinander:
- Die Transformationskompetenzen des OECD-Lernkompass 2030 umfassen neben benötigten future skills des 4K-Modells auch die Beherrschung von Fachwissen und das Verständnis von Zusammenhängen sowie die Fähigkeit, vor dem Hintergrund von Werten und Haltungen eigenständig zu handeln und die Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten, um Spannungen und Dilemmata konstruktiv zu bewältigen.

Der OECD-Lernkompass 2030[2]
- Für das Deeper Learning nach Anne Sliwka ist die systematische Verbindung von instruktiv angeleiteten Phasen der Wissensaneignung mit selbstregulierten Prozessen der Ko-Konstruktion und Ko-Kreation kennzeichnend, um abschließend eine authentische Leistung (z.B. Präsentation, Erfindung, Podcast, Erklärvideo, Aufführung, Publikation, Ausstellung etc.) für eine konkrete Zielgruppe oder ein echtes Publikum zu erbringen.
Ziel aller drei Konzepte ist, dass Lernende Kompetenzen erwerben, die sie lebenslang dazu befähigen, in einer von Wandel und Unsicherheit geprägten digitalen Welt handlungsfähig und resilient für die Lösung komplexer Problemstellungen zu bleiben. Einher geht dies mit den Sustainable Development Goals (kurz SDG, auch UN-Nachhaltigkeitsziele) des Weltaktionsplans der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bis 2030, um eine sozial gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche, ökologisch verträgliche, kulturell vielfältige und demokratische gesellschaftliche Entwicklung zu fördern und heute lebenden ebenso wie nachfolgenden Generationen ein chancengerechtes und selbstbestimmtes Leben in Frieden zu ermöglichen.
Zentral dafür, solche darauf zugeschnittenen Lernarrangements zu bewältigen, die eben dazu herausfordern, zu kooperieren, Probleme kreativ zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Handeln zu reflektieren, sind Methodenkompetenzen. Durch ausgeprägte Methodenkompetenz können Lernende Informationen strukturiert bearbeiten und verstehen, komplexe Aufgabenstellungen in Phasen der Ko-Konstruktion und Ko-Kreation selbstständig angehen und kooperative sowie kreative Arbeitsprozesse für authentische Leistungen zielgerichtet gestalten.
In diesem Methodenkonzept regelt unsere Schule daher verbindlich, welche fächerübergreifenden Methoden unserer Schülerinnen und Schüler erwerben; ausschließlich fachbezogene Methoden sind in den zugehörigen schuleigenen Arbeitsplänen verankert. Die zu fördernden Methoden sind eingeteilt nach den 4K-Kompetenzen, deren Förderung sie wirksam unterstützen sollen. Berücksichtigung finden dabei auch die Medienbildungskompetenzen aus dem „Orientierungsrahmen Medienbildung“ (*).
Als Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer ist das Methodenlernen an unserer Schule so aufgebaut, dass wichtige Methoden in Form einer Lernspirale in verschiedenen Fächern anhand verschiedener Sachkontexte eingeführt, gefestigt und schließlich vertieft werden. Der Isolierung methodischer Arbeit wirkt ein integrativer, an fachlichen Themen gebundener Ansatz entgegen, sodass die Förderung von Methodenkompetenzen mit dem Erwerb fachlichen Wissens verknüpft ist. Fachwissen ist die Grundlage im OECD-Lernkompass 2030 und für Deeper Learning und bleibt wichtig, denn nur mit ausreichender Sachkenntnis können Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge verstehen, ihr Wissen aktiv anwenden und verknüpfen sowie auf neue und komplexe und herausfordernde authentische Situationen übertragen, wodurch ein tieferes Verständnis entsteht.
Das Methodenkonzept unserer Schule ist hier zu finden.
[1] Entnommen aus: Wahl, Kristina: Die Frau mit dem Dromedar.de. Ein Blog über Schule, wertschätzende Pädagogik, bunte Didaktik und Digitalisierung, URL: https://diefraumitdemdromedar.de/warum-digitalisierung (abgerufen am: 8. Oktober 2020).
[2] Entnommen aus: OECD (09/2020): OECD Lernkompass 2030. OECD-Projekt Future of Education and Skills 2030. Rahmenkonzept des Lernens, S. 25.
Ansprechpartner: NN
Bezug: RdErl d. MK v. 01.06.2023 (Die Arbeit in den Schuljahrgängen 5 bis 10 der Kooperativen Gesamtschule)
Orientierungsrahmen Medienbildung in der allgemein bildenden Schule, Februar 2020.

